Seit mehr als 3000 Jahren bedient sich die traditionelle chinesische Medizin (TCM) eines ganzheitlichen Ernährungssystems, um die Gesundheit des Menschen zu erhalten und bereits eingetretene Störungen im Organismus zu beheben. Das chinesische Denken über Ernährung beruht auf der Vorstellung, dass Nahrung nur dann von guter Qualität ist, wenn sie verwertet werden kann. |
Die Diätetik oder Diätologie ist ein aus dem Griechischen (diaita, dt. Lebensweise) stammender Sammelbegriff, der ursprünglich alle Maßnahmen umfasste, die zur Gesunderhaltung oder Heilung beitragen, sowohl körperlich als auch seelisch, im Sinne einer geregelten Lebensweise. Heute wird der Begriff Diätetik dagegen im Allgemeinen nur noch als Synonym für Ernährungslehre gebraucht. In Österreich ist der Begriff Diätologie gebräuchlich.
Es gibt keine allgemeinverbindliche Ernährungslehre. Außer speziellen Diäten, die für bestimmte Krankheiten entwickelt werden, zum Beispiel bei Diabetes mellitus oder Stoffwechselstörungen, gibt es eine ganze Reihe von Ernährungslehren, die alle den Anspruch erheben, zur Gesundheit beizutragen, Krankheiten vorzubeugen oder sogar zu heilen. Dazu gehören auch alle Kostformen, die als Dauerernährung propagiert werden. Die so genannte vollwertige Ernährung im Sinne einer nährstoffreichen Mischkost - nicht zu verwechseln mit Vollwerternährung -, die beispielsweise von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung bevorzugt wird, ist nur eine Variante.
Eine Auswahl relativ bekannter Ernährungslehren:
Große Bedeutung hatte das Thema der Ernährung und die Erforschung von Unverträglichkeiten bereits in der altindischen Medizin. Diätetik als Begriff für ein umfassendes Salutogenese-Konzept geht auf die hippokratische Tradition zurück. Deren Autoren forderten neben einer guten Ernährung auch körperliche Betätigung und ein geregeltes Leben. Die Texte regten auch mit praktischen Tipps zu Sport, Baden, Schlaf und sexueller Aktivität an.
Der hippokratische Ansatz wird in der römischen Kaiserzeit von Galenus wieder aufgegriffen und weiterentwickelt. Er fasst sechs nicht natürliche Dinge (sex res non naturales) zusammen, auf deren Balance man zu achten habe:
Galens Nachruhm führte dazu, dass die Vorschriften zur Lebensführung im Mittelalter über populäre Gesundheitshandbücher weite Verbreitung erfuhren.
Auch in der Renaissance erschienen gehäuft Ratgeber, die sich ausgehend von den sechs nicht natürlichen Dingen mit gesunder Lebensführung befassten:
Um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert, vor dem Hintergrund der Aufklärung und absolutistischer Gesundheitspolitik, erlebte die Lehre von gesunder Lebensweise das nächste Hoch. Vor allem mit Ernährungsfragen befasste man sich intensiv. Berühmte Veröffentlichungen waren: